Corona-Förderprogramme für Unternehmen

Neben dem Kurzarbeitsprogramm und den steuerliche Sonderregelungen des BMF zur liquiditätsmäßigen Unterstützung von Unternehmen (Herabsetzung der ESt-/KöSt-Vorauszahlungen 2020 bis auf null, Nichtfestsetzung von Anspruchszinsen für Nachforderungen aus Bescheiden, Gewährung von Zahlungserleichterungen und Nichtfestsetzung bzw. Herabsetzung von Säumniszuschlägen), der Möglichkeit SVS-Beiträge für Selbstständige herabzusetzen sowie der amtswegigen Stundung der ÖGK-Beiträge für Februar bis April 2020 möchten wir einen kurzen (unvollständigen!) Überblick über aktuelle Förderprogramme geben:  

   

- AWS Überbrückungsgarantien (bis 1,5 Mio. €) im Zusammenhang mit der "Coronavirus-Krise"

Immer mehr österreichische Unternehmen sind von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus negativ betroffen. Aus diesem Grund wird ab sofort im Auftrag der österreichischen Bundesregierung die bereits seit 12.3.2020 zur Verfügung stehende aws Überbrückungsgarantie deutlich ausgebaut und vereinfacht:
 

  • Verzicht auf die Verrechnung von Bearbeitungs- und Garantieentgelten

  • Keine Planungsrechnungen oder Businesspläne erforderlich

  • Keine Kreditsicherheiten erforderlich

  • Freiberufliche Tätigkeiten sind ab sofort garantiefähig

  • Garantien sind auch für die Stundung von bestehenden Kreditlinien verwendbar


Alle Ausweitungsmaßnahmen greifen ab sofort und betreffen auch die bereits gestellten Förderungsanträge. Die Ausnahme stellt das beschleunigte Verfahren dar.

Unterstützt werden Betriebsmittelfinanzierungen (z.B. Wareneinkäufe, Personalkosten) sowie Finanzierungen für die Stundung von bestehenden Kreditlinien an gesunde Unternehmen, die aufgrund der gegenwärtigen „Coronavirus-Krise“ über keine oder nicht ausreichende Liquidität zur Finanzierung des laufenden Betriebes verfügen bzw. deren Umsatz- und Ertragsentwicklung durch Auftragsausfälle oder Marktänderungen beeinträchtigt ist. 

 

  • Bis zu 80 % eines Kredites von bis zu EUR 2,5 Mio pro KMU (inkl. Verflechtungen) 

  • Garantielaufzeit max. 5 Jahre

  • Keine Kreditsicherheiten erforderlich (auch keine persönliche Haftung der Eigentümerinnen bzw. Eigentümer des Unternehmens)

Die Maßnahme darf nicht zu einer bloßen Umschuldung führen, sondern muss der Sicherung und Erweiterung der Liquidität dienen.

Der Antrag wird durch die finanzierende Bank bei der aws eingereicht.

Erforderliche Unterlagen:

  • Bankpromesse: (d.h. eine kurze Info der finanzierenden Bank, dass sie vorbehaltlich Gremialbeschluss bereit ist die Finanzierung durchzuführen)

  • Rating der Bank in Form der einjährigen Ausfallswahrscheinlichkeit

  • Bestätigung der Bank, dass das antragstellende Unternehmen die URG-Kriterien in dem der Antragstellung vorangegangenen Wirtschaftsjahr nicht erfüllt sind (URG-Kriterien: Vermutung des Reorganisationsbedarfs, das heißt, Eigenmittelquote weniger als 8 % und fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre (spätestens 9 Monate nach dem letzten Bilanzstichtag ist der aktuelle Jahresabschluss für die Prüfung zu verwenden)

Schnellverfahren

Ab sofort können Garantien für Überbrückungskredite und für Kredittilgungen in einem neuen Verfahren beantragt werden. Dieses Verfahren sieht vor, dass unmittelbar mit der Antragstellung der Garantievertrag ausgestellt wird. Aufgrund des sehr vereinfachten Verfahrens, das für eine Vielzahl von Garantien eingerichtet wurde, ist es jedenfalls erforderlich, dass der Garantieantrag vom Unternehmen gemeinsam mit der Bank gestellt wird. An den Förderungsvoraussetzungen und Förderungsinhalten ändert sich nichts. Anträge sind ab sofort über den aws Fördermanager möglich.

Die beihilfenrechtlichen Bestimmungen sind bis auf weiteres einzuhalten, eine Änderung auf EU-Ebene dürfte aber bevorstehen.

Für Tourismusfinanzierungen wenden Sie sich bitte an die Österreichische Hotel- und Tourismusbank ÖHT und deren Coronavirus-Maßnahmenpaket für den Tourismus.

 

- OeKB-Gruppe - Österreichische Kontrollbank: COVID-19-Hilfe: 2 Mrd. Euro-Kreditrahmen für Exporteure

 

Die OeKB stellt Unternehmen zusätzliche Kreditmittel in der Höhe von 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Anträge hierfür können über die jeweilige Hausbank des Exporteurs eingereicht werden.

Ab sofort können Exportunternehmen – mit Unterstützung ihrer Hausbank – einen Kreditrahmen in Höhe von 10 Prozent (Großunternehmen) bzw. 15 Prozent (Klein- und Mittelunternehmen) ihres Exportumsatzes bei der OeKB beantragen. Die Höchstgrenze liegt dabei pro Kunden bei 60 Millionen Euro.

 

Dieses Angebot ist unabhängig davon, ob das jeweilige Unternehmen bisher schon Kunde bei der OeKB ist und ob ein etwaiger bisheriger Kreditrahmen bereits ausgeschöpft ist.

 

Die Finanzierungen sind vorerst auf zwei Jahre befristet mit der Möglichkeit, diese danach zu verlängern. Die Kosten orientieren sich am Kontrollbank-Refinanzierungsrahmens (KRR), mit einem – dem Risiko entsprechend leicht erhöhten – Wechselbürgschaftsentgelt.

 

Bestehende Exporttätigkeit als Voraussetzung
Voraussetzung diese Variante des Betriebsmittelkredits nutzen zu können ist neben einer bestehenden Exporttätigkeit der Nachweis, dass das Unternehmen bis zum Start der COVID-19-Auswirkungen in Österreich wirtschaftlich gesund war. Der Bund ist bereit, Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Kredite zu übernehmen, wobei die Abwicklung unter Nutzung der bestehenden Strukturen erfolgt.

Anträge hierfür können über die jeweilige Hausbank des Exporteurs eingereicht werden.

- Kurzarbeitszeit

 

Eine sinnvolle und sehr effektive Option. Die Bundesregierung hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Abfederung der Folgen der Corona Krise beschlossen. Ausdrücklich ist auf die Möglichkeit der Corona-Kurzarbeit hinweisen. Sie sichert Unternehmen Fachkräfte und Liquidität – unabhängig von Branche und Unternehmensgröße. Österreichische Arbeitsplätze werden dadurch auch in dieser fordernden Zeit erhalten. Bitte nutzen auch Sie als Unternehmen die Vorteile dieser Unterstützungsmaßnahmen.

Information zur Corona-Kurzarbeit finden Sie auf den Webseiten der Bundesregierung sowie jene der Sozialpartner:

- Härtefall-Fonds Erste-Hilfe für Selbständige

Dieser Gelder sind einmalige Zuschüsse und müssen nicht zurückgezahlt werden!

Zielgruppe:

  • Ein-Personen-Unternehmer

  • Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente beschäftigen und max. € 2 Mio. Umsatz/Bilanzsumme aufweisen

  • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind

  • Neue Selbständige wie z.B. Vortragende und Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten

  • Freie Dienstnehmer wie Trainer oder Vortragende

  • Freie Berufe wie Ärzte, Tierärzte, Ziviltechniker, Rechtsanwälte, Notare

Eine Wirtschaftskammermitgliedschaft ist keine Voraussetzung. Wichtig: Auch Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH können die Förderung beantragen, wenn eine GSVG-Pflichtversicherung vorliegt (nicht ASVG) und Einkünfte aus selbständiger Arbeit und/oder Gewerbetrieb > € 5.527,92 p.a. vorliegen.
 
Voraussetzungen

  • Rechtmäßig selbstständiger Betreiber eines gewerblichen Unternehmens oder eines freien Berufes (egal ob Kammermitglied oder nicht)

  • Unternehmensgründung bis 31.12.2019 -> relevant ist die Eintragung der Gewerbeberechtigung oder Aufnahme der Tätigkeit

  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich

  • Anlass -> Härtefall: 

    • nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder

    • behördlich angeordnetes Betretungsverbot oder

    • Umsatzeinbruch von mind. 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres

  • Obergrenze der Einkünfte: im letzten abgeschlossenen Wirtschaftsjahr darf Einkommen max. 80% der SV-Höchstbeitragsgrundlage betragen -> wenn kein Einkommenssteuerbescheid vorhanden ist, dann eigene Schätzung der Einkünfte (Planrechnung 2020)

  • Untergrenze der Einkünfte: Pflichtversicherung in der Krankenversicherung - Einkünfte von zumindest € 5.527,92 p.a.

  • keine weiteren monatlichen Einkünfte über der Geringfügigkeitsgrenze (€ 460,66), z.B. aus Vermietung, Pensionseinkünfte

  • keine Mehrfachversicherung in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung

  • keine weiteren Barzahlungen von Gebietskörperschaften aufgrund von COVID-19

  • Inanspruchnahme von Garantien und Kurzarbeit UND des Härtefall-Fonds ist möglich

  • keine kumulierte Inanspruchnahme von Härtefall-Fonds UND der Notfallhilfe für betroffene Branchen ->  eine spätere Anrechnung ist möglich

  • kein Insolvenzverfahren anhängig; kein Reorganisierungsbedarf  ->  Bilanzieren dürfen URG-Kriterien im Vorjahr nicht verletzt haben (Eigenmittelquote < 8%, fiktive Schuldentilgungsdauer >15 Jahre)

 

Ausgenommen sind Personen, die zum Antragszeitpunkt Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder aus der gesetzlichen Pensionsversicherung beziehen 
 
Höhe des Zuschusses Phase 1 – Soforthilfe (Antragstellung ab 27.03., 17:00 Uhr) 

  • Nettoeinkommen: mehr als € 5.527,92 p.a. und weniger als € 6.000 p.a. -> Zuschuss von € 500

  • Nettoeinkommen ab € 6.000 p.a. -> Zuschuss von € 1.000

  • Antragsteller, die über keinen Steuerbescheid verfügen -> Zuschuss von € 500

Phase 2 (genaue Kriterien und Zeitpunkt sind seitens Regierung noch in Ausarbeitung): 

  • Zuschuss wird € 2.000 pro Monat auf maximal 3 Monate betragen

  • Zuschuss richtet sich nach der Höhe der Einkommenseinbuße

Der Steuerbescheid muss zumindest für das Steuerjahr 2017 oder jünger vorliegen. 
 
Erforderliche Unterlagen

  • WKO-Benutzerkonto ist vorhanden? Falls ja, ersparen Sie sich die Eingabe einiger Daten!

  • KUR (Kennziffer des Unternehmensregisters) oder GLN (Global Location Number) -> beide finden Sie im Unternehmerserviceportal (USP)/Unternehmensdaten 

  • WK-Mitglieder finden ihre GLN auch unter: wko.at

  • freier Dienstnehmer müssen weder KUR noch GLN eintragen

  • gültigen Personalausweis, Reisepass oder Führerschein zur Identifikation -> dient zum Identifikationsnachweis im Bestätigungs-E-Mail

  • Sie können aber auch ohne WKO-Benutzerkonto einsteigen! 

 
Bearbeitung und Auszahlung

  • Die Anträge werden nach der Reihenfolge des Einlangens Die raschestmögliche Bearbeitung der Anträge ist zugesagt.  

  • es sind für alle anspruchsberechtigten Antragsteller ausreichend finanzielle Mittel reserviert

  • Zuschuss wird nach vollständiger Prüfung und nach Erhalt des Zusageschreibens auf das angegebene Konto am darauffolgenden Tag überwiesen.

 

Alle Informationen entsprechen dem Stand vom 27.03.2020 und können sich kurzfristig ändern!

Für weitere Informationen und Unterstützungen stehen Ihnen auf Wunsch unsere Förderungsspezialisten jederzeit für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung:

Für den Inhalt und den Bereich Corona-Hilfen verantwortlich: Mag. Martin Wohlmuth, lic.oec.HSG, Tel: +43 (0)664 414 05 38, mail

Synercon Finanz- & Unternehmensberatung GmbH, Anton-Krieger-Gasse 92-94, 1230 Wien, Österreich, UID: ATU67191308, Handelsgericht Wien: FN 378591 b

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